Was mit altem Intel Atom ITX Mainbaord machen?

Intel D525MW

Der Ein oder Andere hat noch Hardware zu liegen die gerade nicht gebraucht wird und man nicht weiß was man damit anstellen soll – und zum wegwerfen ist es zu Schade, so erging es auch mir. In meinem Fall handelt es sich um einen Intel Atom D525MW ITX Mainboard, welches vor der Ausmusterung als TV Server seinen Dienst verrichtete. Das Positive an dem Intel Atom Dualcore mit 4 Threads ist, dass es sehr stromsparend ist. Gerade einmal 10 Watt gönnt sich das Board ohne Laufwerke und weiterer Peripherie. Da nun die Anschaffung eines NAS auf dem Plan stand, passte es wie die Faust aufs Auge. Das Intel Atom ITX Board ist perfekt zum Bau eines NAS geeignet. Vor allem fehlt bei einem NAS von der Stange immer irgendein Feature, sei es die Erweiterbarkeit oder die Unterstützung von spezieller Software. Zudem ist man den Herstellern rigoros ausgeliefert und darauf angewiesen, dass sie ihre Firmware pflegen und ggf. auch weiterentwickeln. Und da genau dies leider oft nicht der Fall ist, kommt es, dass viele Module veraltet sind. Unter anderem das „Windowsnetzwerkprotokoll“ SMB, das von Microsoft in der Version 1.0 mittlerweile in den Windows-Betriebssystemen auf Grund einer Sicherheitslücke deaktiviert wurde. Ebenfalls unterstützen sehr viele Endgeräte und auch offene Mediplayersoftware wie OpenElec, LibreElec das SMB v1.0 nicht mehr.

Setzt man hingegen auf eine Linuxdistrubition mit OpenMediaVault kann man sich sicher sein, dass es dafür immer Weiterentwicklungen und Updates geben wird. Das steigert einfach den Komfort, das Handling, die Sicherheit und die Stabilität des Gesamtsystems.

Realisierung des Systems

Bekanntermaßen verfügt das Intel D525MW ITX-Mainboard (Produktdatenblatt) über lediglich 2 Sata 2.0 Ports. Dies kann für ein NAS, insbesondere für RAID 5 oder JBOD 1, zu wenig sein. Glücklicherweise verfügt das Mainboard über eine mini PCI-Express- und eine PCI-Schnittstelle. So dass es mit maximal 10 Sata Ports ausgestattet werden kann. Spezielle Erweiterungskarten für PCI und mini PCI-Express sind unter anderem bei eBay und Amazon zu finden. Die Realisiserung dieses Systems setzt voraus, dass man in der Lage ist ein Linux zu installieren, z. B. Debian. Als Medium für das Betriebssystem sollte ein Datenträger gewählt werden, der in der Regel langlebig ist und für viele Schreibzyklen konzipiert wurde. Kann ein Sata Port entbehrt werden, so bietet es sich an hier eine klassische HDD oder besser eine SSD zu verwenden. Benötigt man jedoch alle Sata-Anschlüsse für den Speicher des NAS genügt auch USB 2.0. Ein handelsüblicher USB-Stick sollte nicht verwendet werden, da die Flashzellen zu schnell erschöpfen. Hier sollte ein SLC USB-Stick die Wahl sein. Da diese recht teuer sind bietet es sich an, eine SSD in Kombination mit einem USB-Sata Adapter zu verwenden.

Installation des Mini PCIe Sata-Controllers

Da mir 2 Sata Ports zu wenig waren, entschied ich mich dazu 2 weitere Sata Ports zur Verfügung zu stellen. Und erwarb diesen Mini PCIe Sata-Controller von Amazon. Nachdem dieser in den Mini PCIe Steckplatz eingesteckt wurde, erkannte das System jedoch den Controller nicht. Ursache hierfür ist, dass die Beschaltung des Mini PCIe Slots von der Spezifikation abweicht, da dieser im Intel D525MW ITX mainboard lediglich für den Betrieb einer WLAN-Karte bestimmt war. Doch es kann Abhilfe geschafft werden indem Pin 7 mit Pin 9 gebrückt wird (siehe Bild). Nebenbei bemerkt läuft so jegliche Mini PCIe Karte im Intel D525MW. Nach dem Brücken funktioniert der kleine Sata-Controller ohne Probleme und liefert konstante 60 MB/s beim Lesen als auch beim Schreiben pro Sata Port. In einem RAID Verbund und Gigabit-LAN ist dies mehr als ausreichend.

Pin 7 und Pin 9 verbunden (siehe rote Markierung)

Installation von OpenMediaVault

Nachdem alle Komponenten miteinander verbunden und ein Linuxbetriebssystem installiert wurde, steht die Installation von OpenMediaVault an. Mit

sudo apt-get update

die Pakete aus den Paketquellen aktualisiseren und mit

sudo apt-get install openmediavault

Open Media Vault installieren. Falls es OMV in den Paketquellen nicht gibt, manuell installieren:

echo "deb http://packages.openmediavault.org/public arrakis main" > /etc/apt/sources.list.d/openmediavault.list
apt-get update
apt-get install openmediavault-keyring postfix
apt-get update
apt-get install openmediavault
omv-initsyste

Nach der Installation und dem Start von OMV kann man das WebInterface erreichen, wo sämtliche Konfigurationen vorgenommen und das Monitoring eingesehen werden kann. Standardeinlogdaten für das WebInterface:

Benutzername: admin
Passwort: openmediavault

Fazit

Mit wenig finanziellem Aufwand und bereits vorhandenen Komponenten, wie ein ITX-mainboard, Gehäuse etc., kann man sich selber ein NAS bauen, das immer auf dem neusten Softwarestand und Performant ist. Und keiner Abhängigkeit eines Herstellers und dessen Supportqualität unterliegt. Zudem bietet ein offenes Linuxbetriebssystem die Möglichkeit das NAS um viele weitere Funktionen zu erweitern, z.B. als TV Streaming Server mit TV Headend, Apache Webserver, WebseitenHosting per CMS, Datenbankserver (SQL etc.) und vieles mehr.

Bezugsliste der Komponenten